Augenbrauen formen: Anleitung für die ideale Brauenform

Inhalt dieses Artikels
Augenbrauen rahmen das Gesicht, betonen die Augen und prägen den gesamten Ausdruck – kein Wunder also, dass schon eine kleine Korrektur der Form viel verändert. Wer seine Augenbrauen formen möchte, braucht keine teure Behandlung, sondern vor allem das richtige Wissen über die eigene Gesichtsform, die passenden Werkzeuge und etwas Geduld. In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du die ideale Brauenform findest, sie sauber nacharbeitest und welche Methode für dich am besten geeignet ist.
Warum die Brauenform so wichtig ist
Augenbrauen sind weit mehr als ein kosmetisches Detail. Sie lenken den Blick, geben dem Gesicht Struktur und können es optisch öffnen, verschmälern oder weicher wirken lassen. Eine zu dünn gezupfte oder schief verlaufende Braue zieht schnell die Aufmerksamkeit auf sich – während eine harmonische Form das Gesicht ausgeglichen und gepflegt erscheinen lässt.
Das Ziel beim Formen ist deshalb nicht eine möglichst dünne, sondern eine zu dir passende Braue: voll genug, um natürlich zu wirken, und klar genug, um zu definieren. Gerade volle, leicht gebürstete Brauen liegen seit Jahren im Trend und lassen sich gut formen, ohne übermäßig viel zu entfernen. Sind deine Brauen früher zu dünn gezupft worden, hilft vor dem Formen oft etwas Geduld: Wie du Augenbrauen wieder dichter wachsen lässt, liest du im passenden Ratgeber.
Die ideale Brauenform zur Gesichtsform finden
Bevor du zur Pinzette greifst, lohnt ein Blick in den Spiegel: Welche Gesichtsform hast du? Die Antwort entscheidet, welche Brauenform dich am vorteilhaftesten rahmt.
- Rundes Gesicht: Ein deutlicher, höher gesetzter Bogen mit etwas Winkel streckt das Gesicht optisch und verleiht Kontur.
- Eckiges Gesicht: Sanfte, leicht gerundete Linien gleichen kantige Züge aus und wirken weicher.
- Ovales Gesicht: Die ausgewogenste Form – eine sanft geschwungene, klassische Braue passt fast immer.
- Herzförmiges Gesicht: Ein abgerundeter, nicht zu hoher Bogen nimmt der breiten Stirn die Dominanz.
- Längliches Gesicht: Eine eher flache, gerade verlaufende Braue lässt das Gesicht kürzer und ausgewogener erscheinen.
Diese Richtwerte sind kein starres Gesetz, aber ein guter Startpunkt. Im Zweifel gilt: lieber an der natürlichen Wuchsrichtung orientieren, als eine Form zu erzwingen, die nicht zu deinen Härchen passt.
Die drei Messpunkte: Anfang, Bogen und Ende
Profis arbeiten mit drei Bezugspunkten, die du dir leicht selbst markieren kannst. Halte dafür einen schmalen Stift oder Pinselstiel senkrecht ans Gesicht:
- Brauenanfang: Lege den Stift senkrecht an den äußeren Rand des Nasenflügels, parallel zur Innenkante des Auges. Wo er die Braue trifft, sollte sie beginnen.
- Höchster Punkt (Bogen): Lege den Stift schräg vom Nasenflügel über die Pupille (bei geradeaus gerichtetem Blick). Hier liegt der höchste Punkt des Bogens.
- Brauenende: Lege den Stift schräg vom Nasenflügel über den äußeren Augenwinkel. Hier sollte die Braue auslaufen – idealerweise nicht tiefer als ihr Anfang.
Markiere die drei Punkte mit einem hellen Kajal- oder Brauenstift. Sie bilden das Gerüst, an dem du dich beim Formen orientierst, und verhindern, dass die Brauen am Ende ungleich werden.
Werkzeuge, die du brauchst
Gutes Handwerkszeug erleichtert das Formen erheblich. Diese Basics solltest du bereithalten:
- Pinzette mit schräger Spitze für präzises Greifen einzelner Härchen
- Brauenbürstchen (Spülie) zum Aufkämmen der Härchen
- kleine Schere oder Brauenschere zum Kürzen zu langer Härchen
- heller Brauenstift oder Kajal zum Anzeichnen der Form
- Spiegel mit guter Beleuchtung, idealerweise Tageslicht
- optional ein Schminkspiegel mit Vergrößerung für feine Arbeiten
Verzichte auf zu starke Vergrößerung als alleinige Kontrolle – darin entfernt man schnell mehr, als aus normalem Abstand nötig wäre. Prüfe das Ergebnis deshalb immer auch im normalen Spiegel.
Schritt für Schritt: Augenbrauen selbst formen
- Reinigen und kämmen: Gesicht waschen, Brauen mit dem Spülie nach oben kämmen, damit du den natürlichen Wuchs siehst.
- Form anzeichnen: Markiere Anfang, Bogen und Ende und verbinde sie gedanklich zu einer Linie. Zeichne die Unterkante leicht nach.
- Lange Härchen kürzen: Kämme die Härchen nach oben und schneide nur die Spitzen, die deutlich über die Oberkante hinausragen. Hier ist Vorsicht oberstes Gebot.
- Störende Härchen entfernen: Zupfe in Wuchsrichtung jeweils ein Härchen unterhalb der Linie und im Nasenbereich. Arbeite von innen nach außen und tritt immer wieder einen Schritt zurück.
- Symmetrie prüfen: Vergleiche beide Brauen im Spiegel. Entferne sparsam und gleiche erst danach die zweite Seite an.
- Beruhigen und stylen: Trage zum Abschluss ein wenig Aloe vera oder eine milde Pflege auf und bürste die Brauen in Form.
Forme deine Brauen am besten bei Tageslicht und nicht direkt vor einem wichtigen Termin – so kannst du ein eventuell leicht gerötetes Hautbild abklingen lassen.
Methoden im Überblick: zupfen, fädeln, wachsen oder laminieren
Zum Formen führen mehrere Wege, die sich in Aufwand, Präzision und Haltbarkeit unterscheiden:
- Zupfen mit der Pinzette ist die genaueste Methode für zu Hause und ideal zum Nacharbeiten einzelner Härchen. Wie du dabei am besten vorgehst, liest du im Ratgeber Augenbrauen zupfen.
- Fädeln (Threading) entfernt mit einem gedrehten Baumwollfaden ganze Härchenreihen sehr präzise – schonend, aber etwas gewöhnungsbedürftig. Mehr dazu im Beitrag Augenbrauen fädeln.
- Wachsen entfernt größere Bereiche auf einmal und sorgt für klare Kanten, eignet sich aber weniger für feine Korrekturen.
- Laminieren formt nicht durch Entfernen, sondern richtet die Härchen dauerhaft aus. Wie das abläuft, erfährst du im Ratgeber Augenbrauen laminieren.
Wer dauerhaft schüttere Stellen kaschieren möchte, kann auch über Pigmentierung nachdenken – ein Überblick dazu findet sich im Beitrag Powder Brows. Etwas sanfter und ganz ohne Nadel kaschiert das Färben der Augenbrauen mit Henna helle Lücken und lässt die Form voller wirken. Wer den Gedanken einer dezenten Pigmentierung mag, findet ihn auch bei den Lippen wieder – etwa in der zarten Lippenpigmentierung mit Aquarell Lips.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
- Zu viel auf einmal entfernen: Härchen wachsen nur langsam nach. Arbeite in kleinen Schritten und mach lieber morgen weiter.
- Nur von oben zupfen: Die Oberkante gibt die natürliche Form vor. Entferne primär von unten und aus dem Nasenbereich.
- Schlechtes Licht: Bei zu schwacher Beleuchtung übersieht man Asymmetrien. Tageslicht ist ideal.
- Beide Brauen identisch erzwingen: Augenbrauen sind „Schwestern, keine Zwillinge" – kleine natürliche Unterschiede sind normal.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie oft sollte ich meine Augenbrauen formen? Für die meisten reicht alle ein bis zwei Wochen ein kurzes Nacharbeiten der nachgewachsenen Härchen. Die Grundform setzt du seltener neu – sie verändert sich nur langsam.
Augenbrauen zupfen oder fädeln – was ist besser? Zupfen ist präzise und ideal für zu Hause. Fädeln entfernt mehrere Härchen gleichzeitig und ist sehr genau, gelingt aber meist besser im Studio. Welche Methode zu dir passt, hängt von Hautempfindlichkeit und Übung ab.
Wachsen meine Augenbrauen wieder nach, wenn ich zu viel entfernt habe? In der Regel ja, allerdings langsam – oft dauert es mehrere Wochen bis Monate. In dieser Zeit kannst du Lücken mit einem Brauenstift oder -gel kaschieren und die Stellen mit einem Pflegeöl unterstützen.
Kann ich meine Augenbrauen auch ohne Anzeichnen formen? Möglich ist es, aber gerade als Anfängerin geben die drei Messpunkte enorm viel Sicherheit. Sie verhindern, dass die Brauen ungleich werden oder die Form aus Versehen zu schmal gerät.
Tut das Formen weh? Zupfen und Fädeln spürt man als kurzes Ziehen, vor allem im empfindlichen Nasenbereich. Mit etwas Übung und ruhiger Hand bleibt es gut auszuhalten; eine leichte Rötung danach ist normal und klingt rasch ab.


