Gesichtscreme richtig auftragen: Reihenfolge und Menge

Frau trägt Gesichtscreme mit den Fingerspitzen sanft auf die Wange auf
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Du cremst dich jeden Tag ein und fragst dich trotzdem, ob du alles richtig machst? Die Wirkung deiner Pflege hängt nicht nur vom Produkt ab, sondern ganz wesentlich davon, wie, in welcher Reihenfolge und in welcher Menge du sie aufträgst. Trägst du Produkte in der falschen Abfolge oder zu üppig auf, können sie sich gegenseitig blockieren oder einfach auf der Haut liegen bleiben. Mit ein paar einfachen Regeln holst du dagegen das Maximum aus deiner Routine heraus, ohne mehr Produkte zu brauchen.

Die richtige Reihenfolge: von leicht zu reichhaltig

Das wichtigste Prinzip beim sogenannten Layering lautet: Trage deine Produkte von der dünnsten zur dicksten Konsistenz auf. Leichte, wässrige Texturen ziehen schnell ein und bilden die Basis. Reichhaltige, ölige Texturen schließen darüber ab und versiegeln die Feuchtigkeit. Würdest du die Creme zuerst auftragen, käme ein darüber gelegtes Serum kaum noch durch die Fettschicht hindurch.

Eine typische Reihenfolge sieht so aus:

  1. Reinigung – damit nachfolgende Produkte überhaupt einziehen können
  2. Gesichtswasser oder Toner – gleicht die Haut aus und spendet erste Feuchtigkeit
  3. Serum oder Wirkstoffkonzentrat – dünnflüssig und hochkonzentriert
  4. Augenpflege – speziell für die empfindliche Partie rund ums Auge
  5. Gesichtscreme – als Feuchtigkeits- und Schutzschicht
  6. Sonnenschutz (morgens) – immer als letzter Pflegeschritt

Die Gesichtscreme kommt also fast zum Schluss. Sie schließt die zuvor aufgetragenen Wirkstoffe ein und bildet eine schützende Schicht. Nur der Sonnenschutz am Morgen wird noch darüber aufgetragen – mehr dazu findest du im Artikel über Lichtschutzfaktor im Alltag: Sonnenschutz richtig einsetzen.

Wo die Augenpflege hineingehört

Die Haut rund um die Augen ist dünner und empfindlicher als der Rest des Gesichts. Eine dezidierte Augencreme trägst du in der Regel vor der Gesichtscreme auf, mit dem Ringfinger und sanft eingeklopft. Welche Inhaltsstoffe sich hier lohnen, erklärt der Beitrag zur Augenpflege gegen Augenringe und Schwellungen.

Die richtige Menge: weniger ist oft mehr

Viele Menschen nehmen deutlich zu viel Creme. Mehr Produkt bedeutet aber nicht mehr Pflege – überschüssige Creme zieht nicht ein, sondern bleibt auf der Haut liegen, kann fettig glänzen und das Make-up verrutschen lassen.

Als Faustregel gilt:

  • Gesichtscreme: eine erbsen- bis haselnussgroße Menge fürs ganze Gesicht
  • Serum: zwei bis drei Tropfen, je nach Konsistenz
  • Augencreme: eine reiskorngroße Portion pro Auge
  • Sonnenschutz: hier eher großzügig, etwa zwei Fingerlängen für Gesicht und Hals

Bei der Creme gilt: Lässt sie sich nicht innerhalb von ein bis zwei Minuten gut verteilen und einarbeiten, hast du wahrscheinlich zu viel genommen. Reichhaltige Nachtpflege darf etwas üppiger ausfallen als eine leichte Tagescreme, weil die Haut nachts mehr Zeit zum Aufnehmen hat.

Die richtige Technik

Genauso wichtig wie Reihenfolge und Menge ist, wie du aufträgst. Diese Punkte machen den Unterschied:

  • Auf leicht feuchte Haut auftragen: Direkt nach dem Reinigen, wenn die Haut noch leicht feucht ist, schließt die Creme die Restfeuchtigkeit ein. Das verbessert die Aufnahme spürbar.
  • Erwärmen: Verteile die Creme erst kurz zwischen den Fingerspitzen oder Handflächen. Warm aufgetragen lässt sie sich gleichmäßiger verteilen.
  • Einklopfen statt reiben: Tupfe die Creme an mehreren Punkten auf Stirn, Wangen, Nase und Kinn und klopfe sie dann sanft ein. Starkes Reiben dehnt die Haut unnötig.
  • Nach außen und oben arbeiten: Verteile mit leichten Bewegungen von der Gesichtsmitte nach außen und leicht nach oben.
  • Hals und Dekolleté nicht vergessen: Diese Bereiche brauchen genauso Pflege wie das Gesicht.

Lass jede Schicht kurz einziehen, bevor du die nächste aufträgst. Schon 30 bis 60 Sekunden Wartezeit reichen meist aus, damit sich die Produkte nicht vermischen oder verklumpen (sogenanntes Pilling, bei dem sich kleine Röllchen bilden).

Morgens und abends: kleine Unterschiede

Deine Routine darf morgens und abends leicht variieren. Morgens liegt der Fokus auf Schutz: eine leichtere Tagescreme und unbedingt Sonnenschutz als Abschluss. Abends geht es um Regeneration: Hier passt eine reichhaltigere Pflege, und intensivere Wirkstoffe wie bestimmte Konzentrate kommen oft besser zur Geltung, weil kein UV-Schutz darüber muss.

Wenn deine Haut sehr trocken ist, kannst du abends auch zwei Schritte kombinieren – etwa ein feuchtigkeitsspendendes Serum unter einer reichhaltigen Creme. Bei fettiger oder zu Unreinheiten neigender Haut reicht oft eine leichte, ölfreie Textur. Höre auf deine Haut: Spannt sie, brauchst du mehr Feuchtigkeit; glänzt sie schnell, darf es leichter sein. Auch die Jahreszeit spielt mit hinein: In der kalten Jahreszeit darf die Creme oft reichhaltiger ausfallen, mehr dazu liest du im Beitrag, wie du deine Haut im Winter vor Kälte schützen kannst.

Häufige Fehler vermeiden

  • Zu viele Produkte gleichzeitig überfordern die Haut. Starte mit einer schlanken Routine und ergänze nur, was du wirklich brauchst.
  • Aktive Wirkstoffe wild mischen: Manche Inhaltsstoffe vertragen sich nicht und können reizen. Führe neue Produkte einzeln ein.
  • Creme über trockene, lange gereinigte Haut legen – die Aufnahme ist dann schlechter.
  • Den Sonnenschutz unter die Creme packen – er gehört immer als letzter Schritt nach oben.

Reagiert deine Haut trotz schonender Anwendung mit anhaltenden Rötungen, Brennen oder Ausschlag, solltest du das Produkt absetzen und im Zweifel ärztlich abklären lassen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie lange soll ich warten, bis ich nach der Creme das Make-up aufträgt? Lass die Creme mindestens zwei bis drei Minuten einziehen, bevor du Foundation oder Sonnenschutz aufträgst. So vermeidest du, dass sich Produkte vermischen, Pilling entsteht oder das Make-up verrutscht. Bei sehr reichhaltigen Cremes kann es auch etwas länger dauern.

Brauche ich morgens und abends dieselbe Gesichtscreme? Nicht zwingend. Morgens passt oft eine leichtere Tagescreme mit anschließendem Sonnenschutz, abends darf die Pflege reichhaltiger sein, da die Haut nachts regeneriert. Wenn du nur eine Creme verwenden möchtest, wähle eine ausgewogene Textur, die zu deinem Hauttyp passt.

Wie viel Gesichtscreme ist die richtige Menge? Für das ganze Gesicht reicht meist eine erbsen- bis haselnussgroße Portion. Lässt sich die Creme nicht innerhalb von ein bis zwei Minuten gut einarbeiten, hast du wahrscheinlich zu viel genommen. Hals und Dekolleté beziehst du am besten mit ein.

Was bedeutet Layering genau? Layering bezeichnet das schichtweise Auftragen mehrerer Pflegeprodukte in einer festen Reihenfolge – von der dünnsten zur reichhaltigsten Textur. So können Wirkstoffe optimal einziehen und werden von der Creme als abschließende Schicht eingeschlossen.