Die 5 Tibeter: die fünf Übungen Schritt für Schritt

Person übt eine fließende Körperübung auf einer Matte in ruhiger Umgebung
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Die 5 Tibeter sind eine kurze, fließende Übungsreihe aus fünf Bewegungen, die viele als morgendliches Ritual für mehr Beweglichkeit, Energie und ein waches Körpergefühl schätzen. Der große Reiz: Sie dauern nur wenige Minuten, brauchen keine Geräte und lassen sich überall auf einer Matte ausführen. In diesem Ratgeber bekommst du die Herkunft kurz erklärt und vor allem die fünf Übungen Schritt für Schritt – mit Atmung, Wiederholungen und einer sanften Einsteiger-Variante für jede Bewegung.

Was die 5 Tibeter sind

Die 5 Tibeter sind eine Abfolge von fünf wiederholten Bewegungen, die heute weltweit als Wellness- und Bewegungsroutine geübt werden. Bekannt wurden sie im 20. Jahrhundert durch ein schmales Büchlein, das die Übungen einem alten Wissen tibetischer Klöster zuschrieb. Dieser Ursprung gilt eher als Mythos und Erzählung denn als belegte Überlieferung – als sanfte Bewegungsreihe haben sich die fünf Übungen aber längst etabliert.

Im Kern sind die 5 Tibeter eine Mischung aus Dreh-, Beuge- und Streckbewegungen. Anders als ein langes Workout sind sie bewusst kurz gehalten und sollen vor allem gleichmäßig und ruhig ausgeführt werden. Wenn dir fließende Bewegung liegt, findest du verwandte Ansätze auch im sanften Qigong und im langsamen Tai-Chi, die ebenfalls Atmung und Bewegung verbinden. Eine ähnlich fließende Folge ist der Sonnengruß als Yoga-Übungsfolge.

Die fünf Übungen Schritt für Schritt

Lege dir eine Matte zurecht, zieh bequeme Kleidung an und übe barfuß. Atme bei allen Übungen ruhig und ohne Pressen. Die folgende Reihenfolge ist fest.

1. Übung: das Drehen im Stand

  • Stell dich aufrecht hin, die Arme seitlich auf Schulterhöhe ausgestreckt, Handflächen nach unten.
  • Dreh dich auf der Stelle im Uhrzeigersinn um die eigene Achse, mit ruhigem Blick geradeaus.
  • Atmung: gleichmäßig weiter, nicht anhalten.
  • Einsteiger-Variante: wenige Drehungen, Tempo langsam – bei Schwindel sofort stoppen und einen festen Punkt fixieren.

2. Übung: Beine und Kopf heben

  • Leg dich auf den Rücken, Arme neben dem Körper, Handflächen auf dem Boden.
  • Heb beim Einatmen Kopf und gestreckte Beine an, das Kinn Richtung Brust, die Beine möglichst senkrecht.
  • Beim Ausatmen senkst du beides langsam und kontrolliert wieder ab.
  • Einsteiger-Variante: Knie leicht anwinkeln, damit der untere Rücken entlastet bleibt.

3. Übung: der Kniestand mit Rückbeuge

  • Knie dich aufrecht hin, die Zehen aufgestellt, die Hände an die Rückseite der Oberschenkel.
  • Beim Einatmen öffnest du den Brustkorb und neigst den Oberkörper sanft nach hinten.
  • Beim Ausatmen kommst du wieder aufrecht in die Mitte.
  • Einsteiger-Variante: nur eine kleine Bewegung nach hinten – den Nacken lang lassen und nicht in den Hals knicken.

4. Übung: die Tischhaltung

  • Setz dich mit langen Beinen hin, die Hände flach neben dem Becken, Finger nach vorn.
  • Beim Einatmen hebst du das Becken, bis Rumpf und Oberschenkel eine waagerechte Linie bilden, der Kopf folgt entspannt.
  • Beim Ausatmen senkst du das Becken zurück in den Sitz.
  • Einsteiger-Variante: das Becken nur leicht anheben und kurz halten, statt ganz in die Waagerechte zu gehen.

5. Übung: Berg und Hund

  • Stütz dich auf Hände und Füße, der Körper bildet ein umgekehrtes V (das “Bergspitze”-Bild).
  • Beim Einatmen lässt du die Hüfte sinken, sodass der Oberkörper sich nach vorn-oben öffnet.
  • Beim Ausatmen schiebst du das Becken wieder nach oben zurück ins umgekehrte V.
  • Einsteiger-Variante: Knie leicht beugen, damit Schultern und unterer Rücken locker bleiben.

Wie und wann du übst

Viele üben die 5 Tibeter direkt morgens, weil die Reihe wach und beweglich ins Tageslicht startet. Du kannst sie aber genauso gut tagsüber oder am frühen Abend machen – wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Uhrzeit. Wenn du den Tag eher ruhig ausklingen lassen willst, ergänzt du die Bewegung am Abend gut mit dem autogenen Training für Einsteiger.

Klassisch beginnst du mit drei Wiederholungen pro Übung und steigerst dich behutsam. Eine bewährte Faustregel:

  • Woche 1: je 3 Wiederholungen.
  • Danach pro Woche um 2 erhöhen, bis du bei je etwa 21 Wiederholungen angekommen bist.
  • Höre auf deinen Körper: Lieber langsamer steigern als ruckartig – die Bewegung soll bis zum Schluss sauber bleiben.

So bleibt die Reihe auch bei 21 Wiederholungen in wenigen Minuten machbar. Wer den Einstieg in regelmäßige Bewegung sucht, kombiniert die 5 Tibeter gern mit ruhigem Yoga für Anfänger oder lockert verspannte Partien anschließend mit gezielten Übungen auf der Faszienrolle.

Tipps und worauf du achtest

  • Sauber vor schnell: Eine ruhige, kontrollierte Bewegung bringt mehr als viele hastige Wiederholungen.
  • Rücken und Nacken behutsam: Bei den Rückbeugen den Nacken lang lassen und nur so weit gehen, wie es angenehm bleibt – nie in den Hals knicken oder pressen.
  • Atmung führt: Wenn du nicht weiterweißt, kehr zum gleichmäßigen Atmen zurück und passe das Tempo daran an.
  • Schwindel beachten: Besonders die erste Übung kann anfangs leicht schwindelig machen – dann wenige Drehungen, festen Punkt fixieren und langsam steigern.
  • Untergrund: eine rutschfeste Matte gibt Halt, gerade in der Tisch- und der Bergposition.

Bei akuten Beschwerden an Rücken, Nacken, Knien oder Gelenken, in der Schwangerschaft oder bei Kreislaufproblemen klärst du das Üben am besten vorher ärztlich ab. Die 5 Tibeter sind eine Bewegungsroutine für dein Wohlbefinden, kein Ersatz für medizinische Beratung oder Behandlung.

Für wen die 5 Tibeter passen

Die Reihe eignet sich gut, wenn du eine kurze, feste Bewegungsroutine suchst, die ohne Geräte auskommt und sich leicht in den Alltag schieben lässt. Auch wer morgens schwer in Schwung kommt, schätzt den kompakten Ablauf. Dank der Einsteiger-Varianten musst du nicht gelenkig sein, um zu beginnen – du wirst es eher mit der Zeit. Als Ersatz für gezieltes Krafttraining oder ein Reha-Programm bei bestehenden Beschwerden ist die Reihe dagegen nicht gedacht.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele 5 Tibeter mache ich am Anfang?

Starte mit drei Wiederholungen pro Übung. Das genügt, um die Bewegungen sauber zu lernen, ohne dich zu überfordern. Erst wenn sich der Ablauf rund anfühlt, erhöhst du langsam – klassischerweise wöchentlich um zwei, bis hin zu etwa 21 Wiederholungen je Übung.

Wie lange dauert eine Runde?

In der Einsteigerphase mit je drei Wiederholungen bist du in wenigen Minuten durch. Auch bei voller Steigerung auf 21 Wiederholungen bleibt die komplette Reihe in der Regel unter einer Viertelstunde, wenn du ruhig und gleichmäßig übst.

Muss ich beweglich sein, um anzufangen?

Nein. Für jede der fünf Übungen gibt es eine sanftere Variante, etwa angewinkelte Knie oder eine kleinere Bewegung nach hinten. Du gehst nur so weit, wie es angenehm bleibt, und gewinnst an Beweglichkeit meist mit der Zeit.

Wann übe ich am besten?

Viele bevorzugen den Morgen, weil die Reihe wach in den Tag bringt. Entscheidend ist aber, dass du regelmäßig übst – such dir den Zeitpunkt, an dem du es zuverlässig in den Alltag bekommst.

Was tue ich bei Schwindel oder Beschwerden?

Bei Schwindel, besonders durch die erste Drehübung, reduzierst du die Wiederholungen und fixierst beim Drehen einen festen Punkt. Spürst du Schmerzen in Rücken, Nacken oder Gelenken, gehst du nicht weiter in die Bewegung und klärst anhaltende Beschwerden ärztlich ab.