Sonnengruß: die Yoga-Übungsfolge Schritt für Schritt

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Kaum eine Yoga-Sequenz ist so bekannt wie der Sonnengruß. Die fließende Abfolge weniger Positionen bringt den Körper sanft in Bewegung, dehnt und kräftigt zugleich und lässt sich in wenigen Minuten durchführen – ideal als Start in den Tag. In diesem Ratgeber gehen wir den Sonnengruß im Yoga Schritt für Schritt durch: Du erfährst, woraus die Folge besteht, wie du jede Position mit der passenden Atmung verbindest und worauf du als Einsteiger achten solltest.
Was ist der Sonnengruß (Surya Namaskar)?
Der Sonnengruß, auf Sanskrit Surya Namaskar, ist eine klassische Bewegungsfolge aus dem Yoga. Statt einzelne Haltungen für längere Zeit zu halten, fließen beim Sonnengruß mehrere Positionen ohne Pause ineinander. Diese Verbindung aus Bewegung und Atem macht die Sequenz zu einer Art bewegter Meditation, die zugleich aufwärmt.
Eine Runde besteht traditionell aus rund zwölf Positionen, die du in einem ruhigen Rhythmus durchläufst – und anschließend auf der zweiten Körperseite wiederholst. Die Folge dehnt die Vorder- und Rückseite des Körpers, mobilisiert die Wirbelsäule und fördert die Beweglichkeit. Weil sie keine Geräte braucht und sich überall auf einer Matte ausführen lässt, gehört der Sonnengruß zu den ersten Sequenzen, die viele beim Einstieg lernen. Wenn du gerade erst beginnst, lohnt vorab ein Blick auf die Grundlagen im Yoga für Anfänger.
Die Positionen Schritt für Schritt
Die folgende Variante orientiert sich an der verbreiteten Form des Sonnengrußes. Achte vor allem darauf, Bewegung und Atem zu koppeln: Öffnende, aufrichtende Bewegungen gehen mit dem Einatmen, beugende mit dem Ausatmen.
- Berghaltung (Einatmen vorbereiten): Stell dich aufrecht an den vorderen Mattenrand, Füße hüftbreit, die Handflächen vor der Brust zusammen. Atme ruhig und finde einen festen Stand.
- Gestreckte Berghaltung (Einatmen): Hebe die Arme über den Kopf, strecke dich lang nach oben und neige dich leicht nach hinten, ohne den unteren Rücken zu stauchen.
- Vorbeuge (Ausatmen): Beuge dich aus den Hüften nach vorn und bring die Hände Richtung Boden. Die Knie dürfen leicht gebeugt bleiben.
- Halbe Vorbeuge (Einatmen): Richte den Oberkörper halb auf, der Rücken wird lang und gerade, der Blick geht nach vorn.
- Ausfallschritt (Ausatmen): Setz den rechten Fuß weit nach hinten und senke das Knie ab, das vordere Knie bleibt über dem Sprunggelenk.
- Brett (Atem anhalten oder ruhig weiteratmen): Setz auch den linken Fuß zurück in eine gerade Linie von Kopf bis Ferse, der Rumpf bleibt stabil.
- Knie-Brust-Kinn oder gesenkte Liegestützhaltung (Ausatmen): Senke Knie, Brust und Kinn zum Boden ab, die Ellbogen bleiben eng am Körper.
- Kobra (Einatmen): Schiebe die Brust nach vorn und oben, die Schultern ziehen weg von den Ohren, der untere Rücken bleibt entspannt.
- Herabschauender Hund (Ausatmen): Drücke dich zurück und hoch in ein umgekehrtes V, Becken nach oben, Fersen sinken Richtung Boden.
- Ausfallschritt zurück (Einatmen): Setz den rechten Fuß zwischen die Hände nach vorn, das hintere Knie senkt sich ab.
- Vorbeuge (Ausatmen): Hol auch den linken Fuß nach vorn und beuge dich wieder aus den Hüften nach unten.
- Zurück in den Stand (Einatmen): Richte dich mit langem Rücken auf, hebe die Arme über den Kopf und führe die Hände beim Ausatmen zurück vor die Brust.
Damit ist die erste Hälfte abgeschlossen. Für eine vollständige Runde wiederholst du die Folge und setzt im Ausfallschritt diesmal den linken Fuß zuerst zurück, sodass beide Seiten gleichmäßig arbeiten.
Tipps für die Praxis
Ein paar Hinweise helfen dir, den Sonnengruß rund und angenehm zu gestalten:
- Tempo: Lass den Atem das Tempo bestimmen, nicht umgekehrt. Eine Position dauert ungefähr so lange wie ein ruhiger Atemzug. Hetze nicht durch die Folge.
- Wiederholungen: Für den Einstieg reichen drei bis fünf Runden. Mit wachsender Routine kannst du auf acht bis zwölf Runden steigern.
- Morgens: Viele praktizieren den Sonnengruß morgens, um wach zu werden und beweglich in den Tag zu starten. Du kannst ihn aber zu jeder Tageszeit üben – nur direkt nach üppigen Mahlzeiten besser nicht.
- Aufwärmen und Ausklang: Beginne mit ein paar bewussten Atemübungen zur Entspannung und gönn dir am Ende einen Moment Nachspüren im Stand oder im Liegen.
Häufige Fehler und wie du sie vermeidest
Beim Sonnengruß schleichen sich gerade am Anfang typische Fehler ein:
- Atem und Bewegung entkoppeln: Wer nur auf die Positionen schaut und den Atem vergisst, verliert den meditativen Charakter. Übe lieber langsam und bleib am Atem.
- Runder Rücken in der Vorbeuge: Statt den Rücken einzurollen, beuge dich aus den Hüften und lass die Knie bei Bedarf leicht gebeugt.
- Durchhängen im Brett: Wenn das Becken absackt, fehlt die Rumpfspannung. Aktiviere Bauch und Po, damit der Körper eine gerade Linie bildet.
- Stauchung im unteren Rücken: In der Kobra ziehst du die Brust nach vorn statt nur nach oben und hältst die Schultern tief – das nimmt Druck aus dem Lendenbereich.
Wer nach der Praxis Verspannungen löst, kann das gut mit einer Faszienrolle ergänzen – eine Anleitung dazu findest du bei den Faszienrollen-Übungen.
Für wen und die Einsteiger-Variante
Der Sonnengruß eignet sich für viele Niveaus, weil er sich anpassen lässt. Als Einsteiger musst du nicht sofort die volle Form anstreben:
- Knie ablegen: Statt im Brett und in der gesenkten Liegestützhaltung zu balancieren, darfst du die Knie auf der Matte ablassen.
- Knie beugen: In Vorbeuge und herabschauendem Hund dürfen die Knie deutlich gebeugt bleiben, bis die Beweglichkeit zunimmt.
- Pausen einbauen: Du musst nicht jede Runde am Stück durchziehen. Atme zwischendurch ruhig im herabschauenden Hund oder im Stand.
So lässt sich die Folge an deinen Körper anpassen, statt den Körper in die Folge zu zwingen. Wenn du verschiedene Stile vergleichen möchtest, hilft dir der Überblick über die Yoga-Arten im Überblick bei der Wahl. Magst du es noch gelenkschonender, sind die Wassergymnastik-Übungen für die Gelenke eine sanfte Alternative. Bei akuten Beschwerden, frischen Verletzungen, in der Schwangerschaft oder bei Bluthochdruck sprich die Praxis vorab ärztlich ab – Yoga ist ein Angebot fürs Wohlbefinden, kein Heilmittel.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie oft sollte ich den Sonnengruß üben?
Schon eine kurze tägliche Einheit von drei bis fünf Runden bringt dich gut in Bewegung. Wichtiger als die Menge ist die Regelmäßigkeit: Lieber jeden Tag ein paar Runden als einmal pro Woche sehr viele.
Brauche ich Vorerfahrung für den Sonnengruß?
Nein. Die Folge lässt sich von Beginn an mit Vereinfachungen üben, etwa mit abgelegten Knien und gebeugten Beinen. Mit der Zeit wächst die Beweglichkeit, und die Bewegungen werden runder.
Zu welcher Tageszeit ist der Sonnengruß am besten?
Traditionell wird er morgens geübt, um wach und beweglich in den Tag zu starten. Grundsätzlich kannst du ihn aber jederzeit praktizieren – nur möglichst nicht direkt nach einer großen Mahlzeit.
Wie lange dauert eine Runde?
Das hängt von deinem Atemtempo ab. Eine ruhige Runde dauert ungefähr ein bis zwei Minuten. Mehrere Runden hintereinander ergeben ein kurzes, kompaktes Bewegungsprogramm von fünf bis zehn Minuten.
Was mache ich, wenn eine Position unangenehm ist?
Geh aus der Position heraus und nutze die Vereinfachung, etwa gebeugte Knie oder abgelegte Knie. Bewegung soll sich angenehm anfühlen. Halten Beschwerden an, lass das ärztlich abklären.


